Zweiter Vortragsabend in Meran

11.12.2009
An die hundert Interessierte folgten am vergangenen Freitag der Einladung von EPINET zum zweiten Informationsabend zur Epilepsie im Meraner Krankenhaus.


Ziel der im Mai 2009 gegründeten Vereinigung ist es, den Menschen mit Epilepsie in Südtirol zur Seite zu stehen.
Zum einen werden in Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Selbsthilfegruppen in allen Südtiroler Landesteilen Selbsthilfegruppen ins Leben gerufen. Ausserdem sollen Informationsveranstaltungen die Bevölkerung über das Krankheitsbild aufklären, insbesondere auch mit dem Ziel, die immer noch herrschenden Vorurteile abzubauen. 

„Epilepsie ist eine gut behandelbare Erkrankung“, so der Epilepsieexperte und Vorsitzende von Epinet Harald Ausserer in seinem Vortrag, „ immerhin sind 70% mit dem ersten Medikament langfristig anfallsfrei“. Moderne Antiepileptika sind gut verträglich und ein Großteil der Menschen mit Epilepsie kann ein weitgehend „normales“ Leben führen. Sollten die Medikamente nicht anschlagen, so kann geprüft werden, ob ein epilepsiechirurgischer Eingriff durchgeführt werden kann. Am Krankenhaus Meran wird hierzu seit kurzem das Video-EEG-Monitoring angeboten. Mit modernsten Geräten werden über 24 Stunden kontinuierlich die Hirnströme registriert. Zeitgleich wird ein Video aufgezeichnet, um motorische Entäusserungen beispielsweise Zuckungen festzuhalten. Neben der Indikationsstellung für einen chirurgischen Eingriff ist diese in Südtirol einzigartige Untersuchungstechnik auch dann sehr hilfreich, wenn es darum geht, unklare Bewusstseinsverluste diagnostisch einzuordnen und beispielsweise einen epileptischen Anfall gegenüber einer kreislaufbedingten Ohnmacht abzugrenzen. 
 
 


Josef Egger, Primar der Pädiatrie am Krankenhaus Meran berichtete in seinem Vortrag von den Erfahrungen mit einer speziellen Ernährungsumstellung bei Epilepsie. Durch die sogenannte ketogene Diät werde in vielen Fällen eine Reduktion der Anfallsfrequenz erreicht, so Egger. Bei mit Medikamenten nicht kontrollierbaren Epilepsieformen des Kindesalters stellt die ketogene Diät eine vielversprechende Behandlungsmethode dar. 
 
 

Im Anschluss beleuchtete die Sozialpädagogin Karin Ohrwalder die sozialen Aspekte. Oftmals stehen bei Menschen mit Epilepsie soziale Probleme im Vordergrund. Das zumindest für einige Zeit geltende Fahrverbot aber auch allgemeine Vorurteile in der Gesellschaft belasten die Betroffenen sehr. Zusammen mit Sozialpädagogin Irene Gibitz, Hermine Schwienbacher Ruffa und Zita Kofler Thaler wurde der Grundstein für eine Selbsthilfegruppe im Burggrafenamt gelegt. Alle Interessierten sind herzlich zum ersten Treffen am 18. Dezember um 16h an der Urania Meran eingeladen. 
 


Thea Gamper stellte das Projekt "Nordic Walking mit Epilepsie" vor, das im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit der Urania Meran starten wird. Menschen mit Epilepsie haben nach der Diagnosestellung oft Angst, ihre sportlichen Aktivitäten fortzusetzen. Im Rahmen eines Kurses gemeinsam mit Dr. Harald Ausserer soll die Angst überwunden und die Freude am Sport erneut geweckt werden. 
 
 


Die Koordinatorin des Arbeitsvermittlungszentrums Meran Luisa Job nannte in ihrem Vortrag die wichtigsten Anlaufstellen für Epilepsiepatienten, die sich beruflich neu orientieren möchten oder müssen. Zahlreiche Umschulungsmöglichkeiten können in Anspruch genommen werden, so Frau Job.





Die Landtagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Vereins Veronika Stirner Brantsch führte durch den Abend und stellte das Netzwerk und seine Ziele vor. Dem Verein ist es ein besonderes Anliegen, dass sich Betroffene, ihre Angehörigen und Interessierte in Selbsthilfegruppen organisieren.





Die Gründungsmitglieder des Vereins (Harald Ausserer vom Meraner Krankenhaus, Veronika Stirner Brantsch sowie Karin Ohrwalder, Astrid Pichler, Rosa Paulmichl und Hermine Schwienbacher) waren sehr erfreut über die rege Diskussion und die vielen Fragen aus dem Publikum.


Die Vereinigung setzt die Informationskampagne fort. In ganz Südtirol sind Vortragsabende geplant.


Unterstützt wurde die Veranstaltung in Meran vom Gesundheitsbezirk Meran,
der Raiffeisenkasse Algund und der Druckerei Hauger Fritz.










 Zurück zur Liste
 
 




© 2018 EPINET  .  MwSt-Nr.: 91047620215  .  Romstrasse 3  .  I-39012 Meran  .  E-Mail:   .  Impressum   .  Sitemap produced by Zeppelin Group - Internet Marketing
 
Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.